Vortrag am 14.10.2020

Die Malteser in Wilhelmshaven

Unter diesem Motto stellte der Stadtbeauftragte der Malteser Wilhelmshaven, Kolpingbruder Norbert Witton, am 14.Oktober 2020 in St. Marien 14 Interessierten die Geschichte und die Arbeit der Malteser in Deutschland und Wilhelmshaven vor.

Dabei ging erst auf die Geschichte des Malteserhilfsdienstes in Deutschland ein. Vielen der Anwesenden war nicht bewusst, dass der Malteserhilfsdienst 1953 durch den Malteserorden und den Deutschen Caritasverband gegründet wurde. Dies erfolgte vor dem Hintergrund, dass der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer sich eine nicht militärische Organisation wünschte, welche die Sanitätsausbildung, hier besonders die Ausbildung in Erster Hilfe, in Deutschland durchführen sollte.

Innerhalb des deutschen Caritasverbandes sind die Malteser der größte Fachverband.

Anschließend stellte er die die verschiedenen Tätigkeitsbereiche und die zukünftigen Projekte der Malteser in Wilhelmshaven, wie z.B. den Einkaufsdienst für Senioren vor.

Dieses war eine sehr informative und unterhaltsame Veranstaltung.

Einen großen Dank nochmal an Norbert Witton für seine kurzfristige Zusage und die lebendige inhaltliche Gestaltung dieses Abends.

 

Die neue Einheitsübersetzung der Bibel

Wie sehen unsere Erfahrungen mit der Heiligen Schrift aus?

 

Unter diesem Motto trafen sich am 09.September in St. Marien 17 Interessierte, um mit dem Präses der Kolpingsfamilie, Pfr. Holger Kintzinger, über dieses Thema ins Gespräch zu kommen.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die unterschiedlichsten Bibeln vorgestellt, welche auf den Tischen im Saal auslagen. Die älteste Bibel war aus dem Jahre 1737.

Es waren auch Bibeln vorhanden, die die unterschiedlichen Übersetzungen aufzeigten, sowie Bibeln, die den Zeitgeist wiederspiegeln und zum Beispiel die Zielgruppe der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ansprechen sollen.

Anschließend stellte Pfr. Kintzinger die Geschichte der ersten Einheits-übersetzung ab Ende der 1950er Jahre vor. Dazu wurden die jeweiligen Schritte und die Beteiligten angesprochen und vorgestellt.

Die Arbeiten an der ersten Einheitsübersetzung wurden 1977 abgeschlossen, 1978 freigegeben und im Jahre 1979 unterzeichnet. Da an dieser Übersetzung auch die evangelische Kirche in den Teilen Neues Testament und Psalmen mitgewirkt hatte, war die Nutzung in evangelischen Gottesdiensten freigestellt, sollte aber bei ökumenischen Gottesdiensten angewandt werden.

Im Folgenden wurde die Vorgeschichte zur neuen Einheitsübersetzung aufgezeigt.

Die Bibel gehört von Zeit zu Zeit auf den Prüfstand

Dies bedeutete sie sollte

  • ursprünglicher
  • weniger männlich und patriarchalisch sein.

Gleichzeitig sollten sachliche Fehler richtiggestellt werden.

Dazu war eine Revision der ersten Einheitsübersetzung notwendig. Dieser längere Prozess begann in den Jahren 1998/1999 durch ein Gutachten von Helmut Merklein.

Im Nachfolgenden wurden die wichtigsten Punkte im Verlauf der Revision genannt wie zum Beispiel:

2003 Benennung einer kleinen Expertengruppe für den Revisionsprozess             (Bibel; Gesangbuch; Messbuch)

Mitarbeit von 32 Fachleuten für das AT; 16 für das NT (7 Frauen AT; 1 NT)

2005 Ausstieg der EKD

Folge: Die Einheitsübersetzung wird zur katholischen Übersetzung

Die besonderen Merkmale der neuen Version sind

Große Nähe zu den Urtexten

Der Name Gottes wird, je nach der Ursprungssprache, unterschiedlich angeführt.

JHWH – Adonaij – kyrios – dominus – Herr – Jahwe – HERR (in Kapitälchen)

Es wird auf männlich und weiblich hingewiesen.

Die Dienste der Kirche werden dargestellt.

Das jüdisch – christliche Gespräch soll intensiviert werden durch

  • Altes Testament aufgewertet
  • Wurzeln des NT im AT herausgestellt
  • Überschriften umformuliert – mit Blick auf die Juden

Der Gesamteindruck zum Ende der Veranstaltung wurde schon im Jahr 2017 benannt:

„Die neue Einheitsübersetzung hat es verdient, so gut angenommen und verbreitet zu werden, wie es der ersten Version vergönnt war.“ (Söding)
(Quelle: Thomas Söding; Die Bibel für alle; Freiburg 2017)

Alle Anwesenden erlebten einen sehr informativen Abend.

© Stefan Wedekin

Grillen für Daheimgebliebene am 12.08.2020

Nach über 4-monatiger Pause durch Sars-COVID 19 hatten wir am Mittwoch den 12.08.2020 erstmalig wieder die Gelegenheit unsere sonst gewohnte Monatsveranstaltung anzubieten.

Sie stand unter dem schon traditionellen Motto „Grillen für Daheimgebliebene“. Als Austragungsort wurde, um den Anforderungen des Hygienekonzeptes gerecht zu werden, die Filialgemeinde „Christus König“ gewählt.

Bei prächtigem Wetter trafen sich 31 Personen, denen der angebotene Imbiss mit Bratwurst (Grillmeister Bernd als neues Kolpingmitglied), Kartoffelsalat und Zaziki sehr gut schmeckte.

Die lange Zeit der Abstinenz wurde von allen sehr bedauert und die Freude der erneuten Gemeinsamkeit war deutlich zu erkennen. Es war ein schöner harmonischer und runder Veranstaltungsabend.

Herzlicher Dank gilt den Helfern Christiane, Birgit, Uschi, Holger, Manfred, Bernd, Eckhard, Stefan und Olaf für die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung.

Mitgliederversammlung am 08.03.2020

Am heutigen Tage trafen sich nach dem Gemeindegottesdienst in St. Marien 48 Kolpingmitglieder zur Mitgliederversammlung im Jugendheim St. Marien.

Der Vorsitzende Eckhard Stein begrüßte die anwesenden Mitglieder. Nach der Begrüßung wurden der Jahresbericht der Kolpingsfamilie für das Jahr 2019 verlesen sowie der Kassenbericht vorgestellt. Im Anschluß wurden der Kassenwart und der Vorstand entlastet.

Im Folgenden musste der komplette Vorstand neu gewählt werden. Dazu hatte der alte Vorstand Vorschläge für die Kandidaten der jeweiligen Posten erarbeitet.

Als Vorsitzender wurde Eckhard Stein bestätigt.
Ebenso wiedergewählt wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Olaf Jung und Stefan Wedekin.
Gleichfalls wurde der Präses Pfr. Holger Kintzinger wiedergewählt.
Neue Gesichter gibt es für die Personalie des Schriftführers und des Kassenwartes.
Als Schriftführerin wurde Birgit Menninga und als Kassenwartin Christiane Minderjahn-Gabriel gewählt.
Als Beisitzer wurden Patricia Evers, Uschi Klein, Manfred Mandel und Reinhold Seyberth gewählt.
Eckhard Stein ehrte die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Dennis Gunkel und Alexander Witton. 

Besuch des Haven 84 am12.02.2020

Am heutigen Abend besuchten wir das Jugendzentrum „Haven 84“ in der Bremer Straße.
Das Jugendzentrum wird unter der Ägide der katholischen Kirche in Räumen der ehemaligen Schule Bremer Straße betrieben.

Die Leiterin Rahel Kordecki führte die anwesendenden 17 Mitglieder und Gäste durch die Räumlichkeiten und erläuterte dabei die Aufgaben und die Zielsetzung des Haven 84. 

Anschließend ergab sich eine intensive Diskussion über die täglichen und gesondert angebotenen Aktivitäten.
Hierbei wurde besonders die Zusammenarbeit mit der Franziskusschule hervorgehoben. Es wurde zusätzlich die Zusammenarbeit mit der Cäcilienschule dargestellt. 

Nach der Gesprächsrunde konnten die Anwesenden die Freizeitgeräte (Billard, Kicker oder Air-Hockey) sowie den extra für uns kreierten Escape-Room nutzen. Diese Möglichkeit wurde dann intensiv genutzt.

Wir bedanken uns herzlich bei Rahel Kordecki für den informativen Abend.

Stefan Wedekin

Jahresweisung am 09.01.2020

In diesem Jahr hat die Kolpingfamilie unsere Pastoralassistentin Dung Dinh Päsler gewonnen, um den alljährlichen Programmauftakt, die Jahresweisung, zu gestalten.

 

 

Die 21 Teilnehmer erlebten einen äußerst bewegenden Abend. In einem sehr persönlichen Vortrag brachte Dung den Zuhörern die Situation der (katholischen) Christen in Vietnam näher. Der Vortrag steigerte sich im Verlauf emotional immer mehr, die Zuhörer lauschten immer stiller und gebannter der Referentin.

Die Atmosphäre des Raums und der Veranstaltung lässt sich hier kaum wiedergeben. Inhaltlich bekamen die Teilnehmer einen sehr guten Einblick in die Situation der Christen, speziell der katholischen Christen, und in die Entwicklung des Christentums in Vietnam.

Im Jahre 1533 begann die Evangelisierung, 1605 gab es die erste katholische Gemeinde, und seit 1634 sind die Vorfahren von Dung katholisch.

Die offizielle Gründung der katholischen Kirche in unserem Sinne erfolgte aber erst 1659. Zuerst waren Dominikaner aus Spanien vor Ort, danach Jesuiten. Zunächst gab es zwei Vikariate / Bistümer, eines im Norden und eines im Süden. Heute sind es 26 mit etwa 6 – 8 Millionen Katholiken, Vietnam liegt damit an 5.Stelle in Südostasien.

Zu allen Zeiten wurden die Katholiken in Vietnam verfolgt, das gilt auch heute noch, wenn auch nicht mehr mit so brutalen Methoden wie in der frühen Geschichte. Insgesamt wurden etwa 130.000 Katholiken im Laufe der Geschichte wegen ihres Glaubens getötet, gerade in der Frühzeit. Sie wurden zu Tode gefoltert, verbrannt, geköpft oder gevierteilt.

Am 19.08.1988 wurden 117 Märtyrer im Vatikan heiliggesprochen. Beispielhaft erfahren die Zuhörer vom Leben und teilweise sehr grausamen Sterben einiger Märtyrer. Verurteilt wurden sie, weil sie “ einen Irrglauben angenommen haben“.

Auch drei Vorfahren von Dung wurden wegen Ihres Glaubens verfolgt und getötet.

Diese Verfolgung hat es auch in der Neuzeit weiterhin gegeben, bis hin zum heutigen Tag.

Auch der Vater von Dung, Offizier und politisch aktiv, wurde verfolgt, verurteilt und inhaftiert. Zum Tode verurteilt stand er schon an der Exekutionswand, wurde aber im letzten Moment wieder zurückgebracht.

Zusammen mit ihrem Bruder ist sie dann später zunächst allein geflüchtet.

Dung spricht dann noch darüber, warum der Glaube und das Christentum in Vietnam auch heute trotz der schwierigen Umstände noch Bestand haben. Der Glaube ist tief in den Menschen verwurzelt, wird in den Familien gelebt und weitergegeben, gerade wegen der schwierigen Geschichte.

Der Zusammenhalt der vietnamesischen Gemeinde hier bei uns in Deutschland und in der Region ist nach wie vor sehr groß, geprägt aus der übermittelten Tradition und der Kraft des Glaubens.

Trotzdem gibt es auch hier Veränderungen. Die nächsten Generationen leben den Glauben anders, weil sie ja auch anders leben, nämlich in unserer Gesellschaft hier vor Ort.

Sie nennen sich selbst „Bananas“, außen haben sie eine gelbe Schale, innen sind sie weiß, sind also äußerlich anders (Vietnamesen), innen aber weiß (Europäer).

Auch heute gibt es in Vietnam noch Repressalien gegen die Katholiken, natürlich nicht mehr in dem Ausmaß der frühesten Zeiten. Trotzdem nimmt die Zahl der Katholiken zu, ein Zeichen des starken Glaubens, der starken Gemeinschaft.

Es war ein besonderer Abend mit vielen Emotionen, auch nach Abschuss des Vortrags wurde in kleinen Gesprächsgruppen weiter über das Thema diskutiert.

Wir sagen Dung Dinh Päsler und ihrem Mann ein herzliches Dankeschön.

Eckhard Stein